Form und Identität - Ein Überblick über die Inhalte
Anna Warnecke am 10.03.10

Für diejenigen, die vergangene Woche nicht zum Vortrag von Prof. Borkenhagen kommen konnten, gibt es hier eine kurze Darstellung der Inhalte:

„Eine Dose ist eine Dose ist eine Dose.“ Mit diesem umgewandelten Zitat von Gertrude Stein beginnt der Vortrag von Prof. Florian Borkenhagen über „Form und Identität“ am 4. März. In der kulturreich Galerie, dem Ausstellungsort von Designlabor 25|25, haben sich etwa dreißig Interessierte versammelt, um ihm zu lauschen, die mitgebrachten Exemplare aus seiner Sammlung zu betrachten und mit ihm zu diskutieren.

Zunächst aber werden sie während eines kleinen Exkurses in die Geschichte der Formgebung entführt. Anhand von einer Bilder-Präsentation zeigt Prof. Borkenhagen die Unterschiede der Gestaltung von Zweckgefäßen und Kulturgeräten auf und geleitet seine Zuhörer weiter bis in die Neuzeit. Er macht darauf aufmerksam, dass sich die Menschen nach verzierten, schnörkelhaften Epochen immer wieder auf schlichtere, einfachere Werke besinnen. So zum Beispiel musste, laut Borkenhagen, auf den blumenhaften Jugendstil Bauhaus folgen.



Dann zeigt er verschiedene Designs aus dem zwanzigsten Jahrhundert und diskutiert über die Formgebung und Anwendbarkeit von beispielsweise Teekannen und Vasen. Unter dem Aspekt „Eine Vase, ist eine Vase, ist keine Vase für eine Rose“ zeigt er unterschiedliche Haltungen in der Formgebung auf und führt ihre Folgen vor: „Form follows Function“ vs. „Anything goes“.

Als nächstes präsentiert Borkenhagen eine kleine Auswahl seiner eigenen Formsammlung. Gegenstände, die ihren Nutzen verloren haben, die er sammelt, ordnet, aufbewahrt und denen er schließlich bei seinen Kunstprojekten neues Leben einhaucht, indem er ihnen in eine neue Funktion und damit eine neue Identität gibt. So wird zum Beispiel in seiner Ausstellung „transsakrales“ aus einer alten Feuerwehrspritze die Turmspitze einer transportablen Moschee auf Rollen.

Schließlich lässt er die Teilnehmer seine mitgebrachten Fundstücke zeichnen, um diese besser zu ergründen und intensiv zu erleben: Eine Art Formstudien, wie von dem italienischen Maler Giorgio Morandi, der für seine Stillleben zur weltweiter Anerkennung erlangte und dessen Werke heute in vielen Museen international ausgestellt werden. Anschließend erraten die Anwesenden, welche Funktion die gezeichneten Gegenstände, wie zum Beispiel ein afrikanischer Hocker, einmal innehatten.

Anhand der Wasserflasche von Ross Lovegrove erklärt Borkenhagen, wie man von der Natur lernen und so zu extrem visionären Formen gelangen kann. Jeder Mensch hat einen individuellen Zugang zur Formgebung. Zum Abschluss erhalten die Anwesenden nochmals die Gelegenheit, über die Inhalte des Vortrages zu diskutieren. Es entsteht unter anderem eine lebhafte Diskussion darüber, wie der Begriff „Identität“ in diesem Kontext genau zu verstehen ist.

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